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Quellen

Gesprächsprotokoll mit einem im Inneren des Strukturvertriebs der Gruppe Schaul (Schaulgruppe) tätigen Mitarbeiter, der für die Verteilung der „versteckten Innenprovisionen“ zuständig war

Dieses Gesprächsprotokoll ist vermutlich nicht nur für uns sehr aufschlussreich:

Gesprächsprotokoll Dieter Gruner

Gespräch am 22.02.06 14.30 Uhr – 16.45 Uhr

Anwesend: WI, Dieter Gruner

W. Herr Gruner, seit wann und bis wann waren Sie in der Innovatio Gruppe tätig ?

G. Von 1988 bis 2000

W. Was war Ihre genaue Funktion in der Innovatio Gruppe?

G. Zunächst war ich lediglich zuständig für Systemadministration, später auch für die Provisionsabrechnungen mit den Satelliten-GmbHs

W. Meinen Sie mit Provisionsabrechnungen die Abrechnungen für die Immobilien über die Firma Treu Concept oder auch die für die Versicherungen über die Prognos ?

G. Beides. Ich habe die von den Bauträgern erhaltenen Provisionen über die Treu Concept weiter an die Satelliten und die Schauls verteilt ! Die gleiche Funktion übte ich bis 1995 auch in der Prognos aus, wurde danach aber von Otto Hauck ersetzt.

W. In welcher Höhe sind Innenprovisionen in den Objekten versteckt gewesen ohne die versteckten Provisionen an Herrn RA Dietrich Ekkart?

G. Die Innenprovision lag je nach Objekt bei 17,5 bis 20,5 % des kalkulierten Gesamtaufwands

W. Wußten die OD,s, also Leute wie Eirich und Keller davon wie hoch die Innenprovision tatsächlich ist ?

G. Natürlich nicht, Sie wären mit der Höhe die Friedbert Schaul selbst erhalten hat niemals einverstanden gewesen.

W. Wieviel hat Schaul je Objekt mindestens erhalten und wie viel die OD3 ?

G. Friedbert Schaul hat mindestens 6 % erhalten manchmal aber auch deutlich mehr. In den Vertrieben sind bei 238 Basispunkten inklusive der Aussenprovision in Höhe von 3 % + MWST Maximal 15 % geblieben. Weder Keller noch Eirich hatten Kenntnis der tatsächlich eingenommenen Provisionen. Das war ein gut gehütetes Geheimnis.

W. Wieviel haben Sie in Ihrer Funktion monatlich verdient ?

G. 15000 DM ebenso wie Herr Rumig.

W. Nicht besonders viel im Verhältnis zu den OD3, welche monatlich 500000,- – 1.1 Mio. DM verdienten?!

G. Nun nein, im Verhältnis war es relativ wenig, aber es war sicheres Geld

W. Hatten die jeweils finanzierenden Banken Kenntnis bezüglich der vereinbarten Innenprovisionen ?

G. Nun sicherlich, ohne die finanzierenden Banken hätte das Konzept nicht funktionieren können. Und den Banken gegenüber wurde von den Treuhändern oder den Bauträgern die Kalkulation vorgelegt !

W. Das ist uns bekannt. Anbei eine derartige Kalkulation (legt Hengstermann Kalkulation vor) . Sind alle Objekte derart abgelaufen?

G. Nun was die Neubauten angeht sicherlich, bei den Altbauten war das eine andere Sache. Die Provisionen waren gleich hoch, aber es mussten Gutachten gemacht werden, Banken für die Finanzierung gefunden werden etc.

W. Wer hat sich darum gekümmert ?

G. In der Regel die Treuhänder. Wenn Friedbert jedoch etwas nicht gepasst hat, hat er selbst interveniert!

W. Inwiefern?

G. Er hat die Bauträger weiter runtergehandelt was die Quadratmeterpreise angeht, um die Produkte überhaupt noch verkaufsfähig zu halten.

W. und um für sich, den Vertrieb und die Treuhänder möglichst umfangreiche Profite zu erwirtschaften ?

G. Ja

W. Haben Friedbert und Hans Jürgen sich die Provisionen geteilt?

G. Nein, Jeder hatte seine eigenen Vertriebe und hat dafür seine Overhead Provision bekommen, Hans Jürgen für die Prisma, die Mercatus, die Synergie und die Integra, Friedbert für den Rest

W. Thema Prognos, wie viel Promill hat die Berlinische Leben Ihres Wissens nach gegeben?

G. 50 Promill, die zu 80 % an den Vertrieb weitergegeben wurden.

W. Wieviel Bestandspflegeprovision gab es 1996 ca. jährlich?

G. ca. 7 Mio. DM

W: Hmm, etwas wenig, ist hier die Dynamikprovision eingerechnet ?

G. Nein, diese kommt gesondert und betrug etwa das doppelte

W. Bei erhöhter Dynamik kommen wir heute also auf etwa 16-20 Mio Euro jährlich ?

G. möglich, auch wenn dieser Wert etwas hoch klingt. 13-14 Mio. Euro kommt eher hin

W. Wer hat juristisch aktuell die Prognos Bestände ?

G. Die Prognos oder die Pro Concept ?

W. Die Proconcept ?

G. Die Proconcept ist ein Unternehmen, welches Friedbert Schaul gehört. Auch der Mittelfluss läuft über die Proconcept. 50 % des Einnahmen des Herrn Schaul wurden direkt an die Proceoncept überwiesen und von
dort aus direkt nach Jona/Schweiz an seine AG. Den Namen der AG kenne ich nicht, kann diesen aber in Erfahrung bringen, ebenso wie die Kontonummer, wenn sie wünschen

W. Selbstverständlich haben wir daran Interesse !

W. Thema Bankverhandlungen, waren Sie jemals bei derartigen Verhandlungen anwesend

G. ja, ich, Friedbert Schaul und Bruno Briese waren bei einem Objekt gemeinsam in Würzburg bei Lutz und Hörlin. Es ging bei dem Gespräch um die Schliessungsprovision und sonstige Vergünstigungen für den Vertrieb beim Abverkauf eines Briese Objekts. Briese hat hier drei Concorde Flüge Paris New York für den Vertrieb zusätzlich bereitgestellt

W. Hatten die Lutz und Hörlin Kenntnis über die Innenprovisionen ?

G. Ja, natürlich die Hypo Würzburg hat die Objekte doch finanziert. Ohne die Banken hätte Friedbert Schaul niemals die Objekte veräußern können

W. Das heisst ohne die Bereitschaft der Banken die Finanzierung mit möglichst margenstarken Darlehen durchzuführen wäre das Konzept der Innovatio nicht aufgegangen

G. Sozusagen. Die Bankenfinanzierungen und die Objektspreise wurden im Indiviudalfall durch die Treuhänder ausgehandelt. Wenn Friedbert Schaul etwas nicht gepasst hat, hat er selbst mit Bauträgern und Banken nachverhandelt

W. Thema Bruno Briese, War Herr Briese aktiv an dem organisierten Massenbetrug beteiligt oder wurde er lediglich geopfert??

G. Briese wurde ebenso wie Harald Magenreuter(GF Synergie) als Bauer seitens der Herren Lutz, Hörlin und Schaul geopfert. Die Mietgarantien waren – wie Schaul und auch Lutz und Hörlin wussten – NICHT einhaltbar. Dann kamen die Füllmich Klagen und die Herren Schaul, Schweigert, Bündgen, Lutz Hörlin haben gemeinschaftlich beschlossen der
Briese Gruppe den Geldhahn zuzudrehen. Die Firmen gingen durch die hohen abgegebenen Mietgarantien in die Insolvenz Briese war der Buhmann, die Schauls und die Hypo Würzburg waren fein raus.

W. Das bleibt beides noch abzuwarten. Was wissen Sie über Sonderzahlungen Dr. Hans Kurths an die Schauls

G. Es sind zwar immer wieder ominöse Zahlungen aufgetreten die nicht zuordenbar waren darum hat sich Otto Hauck gekümmert.

W. Einer der Atlaten des Herrn Schaul die auch als 51 %ige Gesellschafter in den Firmen aufgetaucht sind. Wer noch ausser Rumig, Kleinhans und Kern.

G. Keiner, ich wollte das nicht, die Schauls kontrollierten über diesen eleganten Weg ihr Firmenimperium. Die Od3 hatten somit als GF nichts zu sagen.

W. Thema Entsorgung von Altobjekten seitens der Innovatio Gruppe für die Banken und andere Geschäftspartner

G. Klar Althotels der Treff Gruppe wurden regelmäßig über Herrn Dr. Kurth besorgt, es wurden neue Gutachten erstellt, dann kamen die Objekte in den Vertrieb. Teilweise übler Schrott.

W. Wer hat die Fälschung der Gutachten in Auftrag gegeben? Schaul, Kurth oder die Banken.

G. Kurth

W. Somit hat Kurth Wertgutachten in Auftrag gegeben die bewusst manipuliert waren.

G. Nun ja, bei uns im Hause (Treu-Concept) war bekannt, dass diese Objekte ganz andere Werte hatten aber der Vertrieb wusste nichts davon. Kurth hat die Objekte angeleiert bewerten lassen und die Actor als Verwalter eingesetzt, damit die Mängel erst möglichst spät aufkamen.

W. Somit war Herr RA Marquard in vollem Umfang beteiligt.

G. Nur an der Verschleierung der tatsächlichen Objektsituation

W. Was ausreichend ist, Ihn seine Zulassung zu kosten. Thema Altobjektentsorgung für die Hypo Würzburg, Objekt Preussischer Hof, Bad Kissingen. Was wissen Sie darüber ?

G. Dazu kann ich leider nichts sagen.

W. Fällt Ihnen noch etwas ein dass wichtig sein könnte.

G. Nur dass wir mit der Real Treuhand Schwäbisch Hall zusammengearbeitet haben (Herr Hüber). Der GF und Schaul kannten sich seit der DVAG Zeit.

W. Vielen Dank für dieses Gespräch

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