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Offener Brief an die Belegschaft der Deutschen Bank

Nachfolgend veröffentlichen wir einen offenen Brief des Rechtsanwaltes Dr. Reiner Fuellmich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank.

Die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Fuellmich aus Göttingen vertritt seit vielen Jahren einige hundert durch die Deutsche Bank geschädigte Familien. In diesen juristischen Auseinandersetzungen täuschen die Prozessanwälte der Deutschen Bank nachweislich die Gerichte und erschleichen sich so günstige Urteile zum Nachteil der rund 3.000 betrogenen Familien.
Das diese an Dreistigkeit und krimineller Energie kaum zu überbietenden Handlungen keine Einzelfälle sind, zeigen die immer noch aktuellen Nachrichten über die Deutsche Bank, aber auch die in dem hier veröffentlichten offenen Brief nur kurz angerissenen Themenfelder.
Die Deutsche Bank ist das größtes europäisches Kreditinstitut und gilt als systemrelevant. Wenn aber schon unserer europäischen Gesellschaft die Bürgschaft für diese Bank aufgezwungen wird, dann liegt es auch in der Verantwortung der Gesellschaft, sich mit den noch immer verbreiteten kriminellen Methoden dieser Bank auseinanderzusetzen und diese zu ächten.
Die rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank tragen dabei eine besondere Verantwortung.

(Den offenen Brief können Sie auch hier downloaden und frei verwenden)

 

 

Deutsche Bank AG
An die Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates
Zur Weiterleitung an die gesamte Belegschaft
Taunusanlage 12
60262 Frankfurt am Main

 

Offener Brief an die Belegschaft der Deutschen Bank

 

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank,

als vor einigen Wochen die Ergebnisse der alljährlichen Mitarbeiterumfrage der Deutschen Bank in den Medien verbreitet wurden, haben sich vermutlich viele von Ihnen in Ihrer ganz persönlichen Einstellung gegenüber Ihrem Arbeitgeber bestätigt gesehen.
Und während für das aktuelle Quartalsergebnis ganz offensichtlich weit über 4.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren mussten, war wiederum zu lesen, dass ehemalige Verantwortliche aus dem Top-Management auf zusammen 38 Millionen Euro verzichteten, um sich damit vor zukünftigen Schadensersatzansprüchen freizukaufen. 

15 Milliarden Euro musste die Deutsche Bank seit der Finanzkrise aufbringen, um Rechtsrisiken beizulegen, Strafgelder zu begleichen und einen riesigen Apparat von Rechtsanwälten zu bezahlen. Geld, das Sie erwirtschaftet haben und das Aktionäre zusätzlich, auch durch die letzte Kapitalerhöhung, aufbringen mussten. 

Gern wird uns allen durch Ihren Vorstand und Aufsichtsrat der Eindruck vermittelt, dass das Schlimmste nun “überstanden” sei, dass man zurück gekehrt ist, zu den Maximen eines ehrbaren Kaufmanns und die vielen unlauteren und gesetzwidrigen Handlungen endgültig der Vergangenheit angehören.
Ich verstehe, dass auch Sie dies gern glauben möchten.

Doch leider ist dem eben nicht so!

Nach der 7 Milliarden Euro Strafe in den USA, hat die Deutsche Bank in diesem Jahr bereits wieder eine Milliarde Euro für Strafgelder und die Beilegung von Rechtsstreiten ausgegeben. Ihr Vorstandschef John Cryan erwähnte kürzlich, dass weitere Zahlungen folgen werden.

Ich bin seit über 20 Jahren Verbraucheranwalt, streite unter anderem für viele tausend deutsche Familien, die Opfer eines heimtückischen Schrottimmobilienbetruges geworden sind.
Zuvor war ich einer von Ihnen, ein loyaler und stolzer Mitarbeiter der Deutschen Bank. Anfang der 90er Jahre war Jürgen Fitschen in Tokio mein Chef.
Nur dass, was ich schon damals dort erkennen musste und schließlich auch zu meinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank führte, setzte sich offenbar ungezügelt fort.
Gier und Verantwortungslosigkeit bestimmten das Handeln einer elitären Clique in der Bank und ruinierte ihren Ruf bis zum heutigen Tag.

Zwei Beispiele aus meiner Arbeit, die Ihnen verdeutlichen sollen, dass auch die aktuelle Führung der Deutschen Bank Sie und uns alle zum Narren hält:

Die Deutsche Bank ist in den USA, konkret in New York und in Kalifornien im Wege einer Sammelklage von Blackrock, der DZ-Bank und anderen wegen der treuwidrigen Verwaltung von auf Schrottimmobilienfinanzierungen basierten Trusts auf Schadensersatz verklagt worden. Dort beträgt der Gesamtschaden rund 86 Milliarden Dollar.
Nimmt man den Vergleich mit dem Justizministerium als Maßstab (dort waren 14 Milliarden Dollar gefordert worden, am Ende verglich sich die Deutsche Bank bei etwas mehr als der Hälfte), dann ist die Deutsche Bank angesichts dieser Klage und der oben geschilderten Umstände in finanziell äußerst schwerem Fahrwasser.
Denn diese Risiken bilden die aktuellen Rückstellungen in keiner Weise realistisch ab.

Über die enorme Brisanz dieser beiden Klagen (es gibt weitere Milliardenklagen in den USA, aber diese beiden sind deutlich bedrohlicher, da in New York bereits führende Mitarbeiter der Bank unter Eid als Zeugen gehört werden) hat Ihr Rechtsvorstand Karl von Rohr die Aktionäre und auch die Mitarbeiter der Deutschen Bank getäuscht, als er diese Klagen auf konkrete Nachfrage auf der Hauptversammlung vom 18.05.2017 als “gegenstandslos” bezeichnete.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/M. ist zu dieser dreisten Geschäftslagentäuschung bereits umfangreich informiert.

In einem anderen Themenkomplex wird gegen Mitarbeiter und Rechtsanwälte der Deutschen Bank wegen Prozeßbetruges strafrechtlich ermittelt. Am 09.05.2017 hat das Landgericht Mainz erstmalig – auf Grundlage der Zeugenaussagen von Mitarbeitern der Deutschen Bank – Tatsachenfeststellungen getroffen, welche belegen, daß die Deutsche Bank in hunderten von in Deutschland geführten und noch anhängigen Rechtsstreiten wegen Schrottimmobilienfinanzierungen die Gerichte mit vorsätzlich falschem Sachvortrag belügt. 

Hierzu ist im Juni-Heft der rechtswissenschaftlichen Fachzeitschrift “Verbraucher und Recht” (VuR) ein Aufsatz veröffentlicht worden, der in Justizkreisen mit großem Interesse aufgenommen worden ist.
Im Juli-Heft der VuR wurde dann über die Entscheidung des Landgerichts Mainz berichtet.
Es geht – vereinfachend zusammengefaßt – darum, daß Deutsche Bank Anwälte in den zugrundeliegenden Rechtsstreiten behaupten, die Deutsche Bank habe insgesamt dreistellige Millionenbeträge an Darlehensvaluta auf Kundenkonten zur Verfügung gestellt, diese Beträge an Dritte weiter überwiesen und hierauf Zinsen vereinnahmt, ohne daß es jeweils einen Darlehensvertrag gab, nämlich in der bloßen Hoffnung darauf, daß irgendwann schon noch ein dazu passender Darlehensvertrag geschlossen werden würde.
Kaum vorstellbar, aber einige Gerichte in Deutschland vertrauten in ihren Entscheidungen mehr dem Nimbus der Deutschen Bank als ihrem Verstand und folgten dieser absurden Argumentation. 

Vielleicht kennen Sie diese Thematik, denn in verschiedenen Medien gab es dazu bereits ausführliche Berichte, unter anderem in mehreren Sendungen von “Report Mainz” in der ARD. Der Gesamtzusammenhang ist ebenfalls nachzulesen auf der Website 263stgb.com.

Mindestens ebenso brisant ist die Anfechtungsklage der Kanzlei BayerLaw, die sich gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung 2017 wendet.
Diese nun gerichtsbekannten Dokumente liefern sehr starke Hinweise darauf, dass die Deutsche Bank mit den Scheichs aus Katar als Großaktionäre zum Spielball übergeordneter Interessen geworden ist. Der vermeintliche Einstieg der chinesischen HNA-Group diente ebenfalls nur der Stärkung der katarischen Positionen, die nunmehr in Summe über alle abhängigen Anteilseigner fast 25 % der Deutschen Bank Anteile kontrollieren und die Deutsche Bank mit erpresserischen Methoden in eine Richtung drängen, die im Ergebnis noch mehr Arbeitsplätze kosten wird und dem öffentlichen Anspruch des größten europäischen Kreditinstitutes in keiner Weise gerecht werden.

Verantwortlich für all dies sind Fehlentscheidungen und eine noch immer weit verbreitete kriminelle Energie bei Mitgliedern des Top-Managements bis hin zu Vertretern des Vorstandes und Aufsichtsrates.

Als Mitarbeiter sind Sie zur Mitarbeit angehalten.
Das heißt auch, dass Sie sich für kritische Vorgänge interessieren und von Ihren Vorgesetzten vernünftige Antworten erwarten können. Ihr Vorstand und Aufsichtsrat ist umfassend informiert.
Interpretieren Sie nicht deren Untätigkeit als “Alles ist gut”-Signal. Seien Sie misstrauisch, wenn Prozessgegner der Deutschen Bank diskreditiert werden.
Mein Team, viele andere Kollegen und auch ich, werden beständig in unserer Arbeit behindert und diffamiert. Das ist in der Regel kein Zeichen von Stärke, sondern Teil einer überheblichen Unternehmenskultur, die doch längst, wenn denn alles in Ordnung wäre, der Vergangenheit angehören sollte.

Fragen Sie nach, diskutieren Sie Reaktionen und Antworten mit Ihren Kollegen, und fordern Sie Ihr Management besonders auch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Bank auf, sich regelkonform und gesetzestreu zu verhalten.
Wenn Ihnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gemeinsam der Wandel von innen gelingt, kann die Deutsche Bank tatsächlich eine bessere Bank werden.
Bislang sind die Weichen noch immer falsch gestellt.

Ich stehe Ihnen gern, selbstverständlich vertraulich, für Rückfragen persönlich zur Verfügung.

 

Mit den besten Grüßen verbleibe ich

Dr. Reiner Fuellmich, LL.M.
Rechtsanwalt

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