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Quellen

Man könnte sagen, für die Deutsche Bank begann das neue Jahre, wie das alte geendet hat. Und tatsächlich schließen sich die Meldungen über die Deutsche Bank nahtlos an unseren Jahresrückblick 2015 an.

Schon einen Tag nach Neujahr bewies Markus Frühauf von der FAZ einen klaren Blick auf die Situation der Deutschen Bank, als er konstatierte: Der Markt misstraut der Deutschen Bank. Wer es bis dahin nicht glauben wollte, dem lieferte die Kursentwicklung der Deutschen Bank Aktie in den folgenden Wochen den Beweis.

Am 11.01. brachte das NDR – Wirtschafts- und Verbrauchermagazin „MARKT“ einen Beitrag zum Prozessbetrug der Deutschen Bank. Für Schnellgucker gibt es hier einen Zusammenschnitt des Beitrages auf knapp 2 Minuten.

In London soll ab Herbst 2017 der Prozess gegen u.a. Deutsche Bank Mitarbeiter beginnen, die ganz operativ und praktisch an den Manipulationen der Referenzzinsätze Libor und Euribor beteiligt waren. Zu ihnen gehört auch der 80-Millionen-Euro-Bonus-Mann, Christan Bitter. Er musste Anfang Januar 1,3 Mio. Euro Kaution hinterlegen, um bis zum Prozessauftakt auf freien Fuss zu bleiben. Eine andere Mitarbeiterin der Deutschen Bank dagegen klagt gegen ihre Entlassung wegen der Manipulationen. Sie sieht die Deutsche Bank in der Verantwortung.
Ganz spannend könnte in diesem Zusammenhang werden, was das Manager Magazin recherchierte. Danach soll es bei der Deutschen Bank intern Überlegungen geben, den Aufsichtsratschef Paul Achleitner in die Pflicht zu nehmen, weil dieser die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden blockiert haben soll. Die Süddeutsche Zeitung hat das Thema einige Tage später ebenfalls aufgegriffen. Dort war dann schon zu lesen, dass der Aufsichtsratschef, Paul Achleitner, oder vielleicht doch besser „Senior Manager F“, bereits innerhalb der eigenen Reihen angegriffen wird.

Der im Mai scheidende noch Co-CEO der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, wird noch häufig auf der Strafbank in München Platz nehmen. Ein baldiges Ende des Verfahrens wegen Prozessbetruges wird es nicht geben. Bis März sind weitere Termine angeordnet.
Ab Februar wird ein weiterer Prozess gegen Deutsche Bank Mitarbeiter die Medien interessieren. Wegen Steuerhinterziehung im sogenannten CO2-Skandal drohen den beteiligten Mitarbeitern lange Haftstrafen. Auch dort wird die Verantwortung der Deutschen Bank zur Sprache kommen müssen.

In Brasilien ermittelt die Justiz gegen die Deutsche Bank, wegen deren möglichen Beteiligung an einem Geldwäscheskandal. Und am anderen Ende der Welt, in Südkorea, streicht die Bank eine Millionenstrafe wegen Marktmanipulationen ein. Ein Manager der Deutschen Bank wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.
Mitte Januar wurde bekannt, dass gegen die Deutsche Bank eine neue Sammelklage in den USA eingereicht wurde. Mittels einer „Schummelsoftware“ soll die Deutsche Bank Handelsgeschäfte zulasten ihrer Kunden abgewickelt haben. Die in dem Fall tätige Anwaltskanzlei „Hausfeld“ legte noch einen drauf. Bei der Manipulation von Devisenkursen – die Deutsche Bank soll auch da kräftig mitgemischt haben – fühlen sich auch Notenbanken betrogen und drohen Klagen gegen die Deutsche Bank an und fordern Schadensersatz.

Allein diese Nachrichten belasteten den Aktienkurs der Deutschen Bank erheblich. Nach der Vorab-Meldung eines knapp 7 Mrd. Euro Verlustes für das Geschäftsjahr 2015 gab es jedoch kein Halten mehr. Die Aktie der Deutschen Bank gab in Monatsfrist deutlich über 25 % ihres Wertes ab.
Einer der vielen und offensichtlichen Verantwortlichen duckte sich schon mal weg. Josef Ackermann, über 10 Jahre Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank und bekannt als irrer Renditetreiber, will für all das nicht verantwortlich sein. Eben ein typischer Deutsch Banker.
So ist die Deutsche Bank zum Monatsende nur noch rund 20 Mrd. Euro Wert und dass obwohl das Vermögen in ihren Büchern weit mehr als den doppelten Wert verspricht. So sehen Übernahmekandidaten aus, stellt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 24.01. fest, um gleich darauf klar zu stellen, dass wohl niemand am Markt sich diese kranke Deutsche Bank mit all ihren Rechtsrisiken einverleiben will.

Den Spitzenverdienern aus der Investmentabteilung der Deutschen Bank werden die Bonis gekürzt. 30 Prozent mögen bei deren Salär nicht unbedingt exitenzgefährdend sein, aber in jedem Fall Grund genug nach anderen Arbeitgebern Aussschau zu halten. Die Söldner ziehen weiter, orakelt die FAZ. Kollateralschaden dieser Abwanderung wird auch der Verlust von wertigen Kundenbeziehungen sein.
Eine erste Raitingagentur stufte schon mal die Deutsche Bank ab. Moodys senkte über der Deutschen Bank den Daumen und reduzierte das Raiting auf BAA1. Ausblick: negativ.

Am 28.01. gab es dann auf der Jahrespressekonferenz die echten Zahlen. Zu den schon angekündigten 6,7 Mrd. Euro kamen noch mal 100 Mio hinzu, in Summe also 6,8 Mrd. Euro Miese. Auch das vierte Quartal 2015 war düster bei der Deutschen Bank und offenbarte, dass die Bank selbst in ihrem hochgelobten Kerngeschäft, dem Investmentbanking, extrem schwächelt. Der Aufsichtsrat streicht CEO John Cryan und seinen Vorstandskollegen die Bonuszahlungen für 2015. Alles andere hätte wohl auch die Bezeichnung „Bankraub“ verdient. Tatsächlich aufrichtig wäre es aber gewesen, wenn die Initiative zu diesem Schritt von den betroffenen Managern ausgegangen wäre und nicht auf Anweisung des Aufsichtsrates geschehen wäre. Selbst der hochgelobte und so bescheiden wirkende John Cryan konnte sich ein Kommentar zu dieser Entscheidung nicht verkneifen: „Das kann keine langfristige Strategie sein. Wir müssen auch Vorstandsmitglieder motivieren.“
Unvorstellbar wegen der quantitativen Dimensionen, bleiben die Geldbeträge im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten und Rechtsrisiken der Deutschen Bank.

Hier mal ein paar harte Fakten zu den finanziellen Folgen aus den betrügerischen Aktivitäten der Deutschen Bank:

Das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Econ-Cast untersucht jährlich die Markenstärke der weltweit größten Kreditinstitute. Seit 2012 verliert in dieser Untersuchung die Deutsche Bank an Bedeutung. Während 2012 noch 40 Prozent der 53.000 befragten Manager die Deutsche Bank für ein gutes bzw. sehr gutes Geldhaus hielten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 28 Prozent. Die Commerzbank schneidet bereits besser ab.
Aber es verschwindet nicht nur das Vertrauen in die Marke Deutsche Bank. Anleihe-Gläubiger werden nervös, weil ihnen das Vertrauen in die Zahlungsverpflichtungen der Deutschen Bank verloren geht.

Und was gab es sonst noch?
Bereits im November letzten Jahres wurde bekannt, dass der Redaktionsleiter des Investigativ-Teams von WeltN24, Jörg Eigendorf, ab April 2016 zur Deutschen Bank in das Amt des Kommunikationschefs wechselt. Selbstverständlich folgt der gute Herr Eigendorf nicht dem schnöden Mammon. Immerhin ist er schon seit 2013 für diesen Job in der Warteschleife.
Wow! Das sollte man sich ganz langsam auf der „Zunge zergehen lassen“. Ein angeblicher Profi-Aufklärer wechselt zu einer Unternehmung, die auf Sicht aktuell noch 7,7 Mrd. Euro wegen rechtlicher Risiken im Feuer hat.
Das Jörg Eigendorf mit Blick auf seine zukünftige Tätigkeit von einer für sich zu erwartenden steilen Lernkurve spricht, bezweifelt ganz sicher niemand. Glaubwürdig Vertuschen muss man natürlich lernen!
Und obwohl es mit dem Lernen für Herrn Eigendorf erst im April so richtig los geht, „entführt“ dieser „Ex-Investigativ-Journalist in spe“ schon mal seinen „Nachfolger in spe“, den Journalisten und „Deutsche Bank Experten“, Sebastian Jost, aus dem Rest des WeltN24-Investigativ-Teams.
Kein Skandal ohne Aufklärer – ohne Aufklärer kein Skandal!
Grandios gemacht. Respekt, Deutsche Bank!

 

 

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