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Quellen

Was für ein Monat für die Deutsche Bank! Ja, ich weiß, mit diesen Worten begann schon die Medienrückschau im Juni, aber es war auch wirklich wieder grauenvoll.

Fast möchte man sie in den Arm nehmen und trösten, die Mitarbeiter der Deutschen Bank. Rund 40.000 von ihnen haben sich bei der alljährlichen Stimmungsumfrage wieder ordentlich ausgeheult. Von einer miesen Stimmung unter den Mitarbeitern der Deutschen Bank war zu lesen.
Tja Leute, dann ran ans Telefon. Es gibt nichts Gutes außer man tut es. Die BaFin hat genau für Leute wie Euch eine Hotline eingerichtet. Werdet zum Whistleblower, kein Neuanfang ohne ein ordentliches Ausmisten, bringt die Schweinereien ans Licht und fangt endlich neu an.
Es wird nicht leichter.
Erst Recht nicht, wenn Chefe Cryan regelmäßig solche Dinge sagen muss, wie z.B. „Die Deutsche Bank ist kein Übernahmekandidat“ oder „Deutsche Bank braucht keine Kapitalerhöhung„.
Wenn dann der Aktien-Kurs trotzdem immer weiter neue Allzeittiefs reisst, dann scheint auch niemand mehr Chefe Cryan zu glauben.
Schon war die Rede von Panik auf dem Parkett, aber erst wenn die Deutsche Bank einstellig notiert, oder doch schon früher?!
Und so kommt eines zum anderen: Anfang des Monats war es noch Spekulation: Der Verbleib der Deutschen im Stoxx50 ist gefährdet, war zu lesen. Ein Monat später sind sich Experten schon einig, dass der Rauswurf aus diesem Index obligatorisch sein wird.

Es fehlt bei der Deutschen Bank aber wirklich an allem, sogar an Käufern für faule Schiffskredite.
Und natürlich an Geld. Steuergeld natürlich. 150 Milliarden sollen laut dem Chefökonomen der Deutschen Bank schon mal locker gemacht werden für europäische Banken.
Und an Aufsichtsräten fehlt es der Bank auch. Die Lücke, die der Ex-Freund von Paul Achleitner, Georg Thoma, hinterlassen hat, braucht eine neue Besetzung. Und schon wieder ist die Bank zu spät und nominiert dann endlich einen Anwalt, einen gewieften wie man hört. Dr. Stefan Simon soll es sein, er ist der Emissär der Scheichs von Katar, die zur Freude der Deutschen Bank ihre Anteile auf knapp 10 Prozent erhöht haben (sollen)!
Wer kam bei der Deutschen Bank nur auf diese dämliche Idee, der Öffentlichkeit erklären zu wollen, es wäre okay, wenn ein zukünftiger Aufsichtsrat die Interessen von nur einem einzigen Großinvestor vertritt? Und wer vertritt meine Aktionärsinteressen, die vermutlich gravierend von denen der Scheichs abweichen???
Abwarten! Herr Simon, dessen Weste wohl nicht mal mehr dunkelgrau ist, ahnt vermutlich schon, dass seine Bestellung in dieses Amt ehr schwierig wird.

Zur Strategie der Deutschen Bank gab es auch was zu lesen. Was zunächst ganz bemerkenswert klingt, denn eine solche ist bei der Bank bislang nicht zu erkennen. Das trotzdem 188 Filialen bis Ende 2017 geschlossen werden ist bitter, vorallem für die Mitarbeiter, die sich schon mal neu für die verbleibenden Filialen bewerben dürfen. Ja, geht’s denn noch?!

Derweil hat in den USA ein Gericht eine Klage gegen die Deutsche Bank zugelassen. Natürlich geht es auch da um Täuschung von Anlegern. Milliarden sind im Spiel. Deutlich weniger ist es für die Stadt Pforzheim, die sich nun überlegen muss, ob sie in dem Verfahren gegen die Deutsche Bank einem gerichtlichen Vergleich zustimmt.

Die letzte Juli-Woche kündigte sich an, als wäre der Deutsche Wetterdienst an den Meldungen beteiligt gewesen. Vor den Quartalszahlen spekulierte der Investor Jim Rogers: „Deutsche-Bank-Pleite würde gigantischen Sturm auslösen. Die großen Hedgefunds blasen schon zum Hallali auf die Bank. Mit Leerverkäufen auf die Aktie der Deutschen Bank wollte nicht nur Soros sein Geld vermehren. Auch Marshall Wace und Sealight Capital zockten gegen die Bank.
Worauf sich das politisch opportunistische Berlin wieder einmal anfing Sorgen zu machen. Aber man höre und staune: Sorgen, Mitleid und Anteilnahme machen die kleinen Jungs in den Zwillingstürmen nur noch wütend.

 

14 Seiten war dem Focus vom 29.07.16 die Deutsche Bank wert. Und heraus kam eine wirklich ausgezeichnete Chronologie des Niedergangs dieser einst stolzen Bank. Der Heftkauf lohnt sich!
Zitat: "Vielleicht war es Selbstgefälligkeit, gespeist durch den scheinbaren Erfolg und ihren Aufstieg zu einem global agierenden Geldhaus - oder auch Realitätsverlust. Oder es waren die guten Beziehungen gerade zur Frankfurter Justiz mit denen sich Mitarbeiter oft brüsteten. Jedenfalls schien die Deutsche Bank damals zu glauben, sie stehe über Recht und Gesetz.

 

Und was brachten die Quartalszahlen der Deutschen Bank? Einen Minigewinn von 20 Millionen Euro. Eigentlich hätten es minus 250 Millionen Euro sein müssen, weil fällige Zinszahlungen auf Anleihen nicht berücksichtigt wurden. Übrigens die französische Großbank BNP Paribas, die sich im selben widrigen Branchenumfeld mit all den bösen Regulieren bewegt, wie auch die Deutsche Bank, hat im gleichen Zeitraum 110 Mal mehr Gewinn erwirtschaftet.
Viel besser konnte da der Stresstest der europäischen Bank für die Deutsche Bank dann auch nicht ausfallen. Obwohl es ein „Durchfallen“ bei diesem Pseudotest nicht geben konnte.
Die Deutsche Bank landete sehr weit hinten und auch das sollte uns allen zudenken geben.
Mehr noch aber, was dieser Komiker Stuart Lewis, übrigens Risikovorstand der Deutschen Bank, in einem Interview zum besten gegeben hat.
Neben solchen „Granaten“ wie „Wir sind nicht gefährlich, wir sind nur sehr relevant.“ sagte dieser Typ doch allen Ernstes: „Die gute Nachricht ist: Der Steuerzahler muss nicht einspringen, nach den neuen Regularien für Banken wären zuvor die Gläubiger dran.“
Ist der wirklich so blöde und kennt die Kennzahlen der Deutschen Bank nicht? Die Deutsche Bank hat das 5-fache des Bruttoinlandsproduktes der gesamten Eurozone an Derivaten in den Büchern.

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